Winterfeier 2020

Gelungene Winterfeier des Musikvereins!

Am Samstag, 4. Januar 20120, bot der Musikverein Steinmauern seinen Gästen zum Jahresauftakt wieder ein abwechslungsreiches Programm, das es in sich hatte:  schwungvolle Blasmusik, eine Tombola, Ehrungen verdienter Musiker und zu guter Letzt ein Theaterstück, das, mit viel Witz und Spielfreude vorgetragen, den Zuschauern viele Lachsalven entlockte  … das sind seit Jahren die bewährten „Zutaten“ für eine gelungene Winterfeier.


Das Orchester eröffnete das musikalische Programm mit dem ABBA-Song „Happy New Year“, stimmungsvoll in Szene gesetzt auf der abgedunkelten Bühne.
Nach diesem Auftakt begrüßte der erste Vorsitzende Wolfgang Götz die Gäste in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle und versprach einige Stunden fröhliche Unterhaltung abseits des besorgniserregenden Weltgeschehens, das derzeit die Medien beherrscht.
Götz übergab anschließend das Wort an Vorstandskollegen und Moderator Traugott Bruskowski, der in gewohnter Manier unterhaltsam und mit genialen Überleitungen durch das Programm führte.
Ein abwechslungsreiches Programm hatte Dirigent Jürgen Bäuerle da zusammengestellt: mit „Alpine Adventure“ begaben sich die Zuhörer auf eine rasante musikalische Skifahrt, ließen sich vom schmissigen „Captain America March“ mitreißen und hatten sichtlich Spaß an Elton Johns „Crocodile Rock“. Die Fans zünftiger Blasmusik kamen bei der „Glückwunsch Polka“ auf ihre Kosten, mit denen sich die Musiker selbst dazu gratulierten, dass sie im November 2020 das jährliche Bezirkskonzert ausrichten dürfen, wie Bruskowski in seiner Moderation verriet.
DER Pop-Klassiker von Petula Clark entführte die Zuhörer nach „Downtown“ und ließ sie anschließend musikalisch der größten Tortenschlacht beiwohnen, die je verfilmt wurde, mit dem pointierten Marsch aus dem Kinoklassiker „The Great Race“.

Gemeinsam mit Bürgermeister Siegfried Schaaf führte Traugott Bruskowski mehrere Ehrungen durch:
für 20 Jahre Kapellenzugehörigkeit wurde Sybille Wirt geehrt! Die probenfleißigsten Musiker (Karlheinz Boos und Elke Becker) wurden mit kleinen Präsenten bedacht und Bruskowski dankte Dirigent Jürgen Bäuerle und seinem Vize Karlheinz Boos mit Präsentkörben für die hervorragende und zeitintensive Arbeit mit dem Orchester.
Dass Probenarbeit viel Disziplin erfordert, sollte mit dem Abschließenden „Radetzky-Marsch“ eindrücklich untermauert werden…doch es kam alles ganz anders: die vier Posaunisten hatten sich den Magen verdorben und mussten kurzfristig durch abgehalfterte Straßenmusiker ersetzt werden, der Schlagzeuger verpasste zweimal den Einsatz mit der großen Trommel und als das Musikstück endlich lief und Jürgen Bäuerle das Publikum zum Mitklatschen animierte, wechselte das Orchester munter von einem zum anderen Marsch. Spätestens hier war jedem klar, dass die Musiker mal wieder eine herrliche „Überraschung“ für das Publikum vorbereitet hatten… und scheinbar auch für den Dirigenten. Dieser schaute sich hilfesuchend die Notenblätter an, währen das Orchester den Amboss-Marsch intoniert. Zu allem „Übel“ plärrten die Ersatzposaunisten weitere „Marsch-Konfetti-Schnipsel“ dazwischen und schmetterten während des Aida-Triumphmarsches ein beherztes „Hoch soll er leben“. Aber so triumphal kam dieser Marsch nun auch nicht daher, wurde er doch auf „Schlauch-Trichter-Trompeten“ intoniert. Dirigent Bäuerle versuchte dem Chaos mit Platzverweisen für die Posaunen Einhalt zu gebieten, was leider nicht richtig fruchtete: die Musiker machten mit ihrem Orchesterchef nun, was sie wollten. Während des temporeichen Marsches aus Carmen wirbelte eine heißblütige Zigeunerin über die Bühne, die verstoßenen Posaunen sabotierten ein Trompetensignal mit dem Lied „ein Männlein steht im Walde“, den Brautmarsch nutze ein Musikerpaar zur Blitzhochzeit auf der Bühne und als „Weidmannsheil“ erklang, legte ein Jäger auf Reh und Wildschwein an, die sich inmitten des Orchesters tummelten. Das ganze Tohuwabohu gipfelte im „Narrhallamarsch“, den die Musiker, mit bunten Kopfbedeckungen ausstaffiert, mit einem Konfetti- und Luftschlangenregen stilecht inszenierten. Der vermeintlich frustrierte Dirigent, der zwischenzeitlich seinen Taktstock zerbrochen und die Noten zerrissen hatte, wurde von Moderator Bruskowski mit Schnaps und Wein getröstet, was die Musiker veranlasste, „noch einen drauf zu setzen“: außer Rand und Band intonierten sie „Im tiefen Keller sitz ich hier“ und die „Lustigen Holzhackerbuam“ und tanzten derweil ausgelassen auf der Bühne. Das begeisterte Publikum ließ sich von dieser herzerfrischend frechen Musikinszenierung mitreißen und belohnte die Akteure mit stürmischem Beifall.


Nach der anschließenden Pause, in der die Tombola geplündert wurde, sorgte die vereinseigene Theatergruppe mit dem Stück „Schneetreiben“ mit viel Spielwitz für beste Unterhaltung:

Im Mittelpunkt des Geschehens in der amüsanten, leicht frivolen Komödie von Georg Ludy steht der Rezeptionsbereich der Ski-Pension „Himmelstörle“. Der Übernachtungsbetrieb ist schon etwas in die Jahre gekommen, die Gästezahlen sinken stetig, weshalb sich die attraktive Pensionswirtin Eva Keck (Annely Bachofner) eine zeitgemäße Marketingstrategie einfallen lässt: sie organisiert „blind dates“. Erste Gäste sind Willi Filzer (Jürgen Potsch), der unbescholten brave Chef einer Strickwarenfabrik, und sein Stammtischbruder und Kfz-Mechaniker Udo Blinker (Patrick Wild). Sie versprechen sich von dem Wochenende jede Menge „Abwechslung“. Dass ihre Erwartungen noch übertroffen werden, dafür sorgt vor allem der „gute Geist des Hauses“ Alwine Schrubbs (Rebecca Bruskowski), die kernige Mithilfe der Pension mit einem ausgeprägten Hang zu Selbstgebranntem. Während die Freunde Willi und Udo von ihren bevorstehenden amourösen Abenteuern träumen, landen auf Grund des einsetzenden Schneetreibens und gesperrter Straßen auch Gerlinde Nädele (Christiane Bitterwolf), die Gattin des Strickwarenfabrikanten, und Manuela Schicker (Snezana Capurelovic-Piske), die gut betuchte Verlobte von Udo, im „Himmelstörle“. Und zu guter Letzt verschlägt es auch Wenzel Pliefke (Franz Weßbecher), ein vermeintlicher Producer aus der Werbefilmszene, in die Pension.


In dem sich anbahnenden Geflecht von Beziehungen kommt es zu allerlei amüsanten Verwicklungen, aber zum Schluss darf doch die Liebe siegen. Die Sünden werden verziehen und das richtige Deckelchen findet zum richtigen Topf.
Mit viel Witz und Spieltalent gelang es den sieben Laienschauspielern in den rund 90 Minuten, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, sie mitzunehmen zu amüsanten Kennenlernszenen, genüsslichen Geheimnissen und brisanten Verstrickungen. Urkomische Charaktere offenbarten sich dabei, die nicht sparten mit zündenden und frechen Dialogen und derbem Humor.

Das Publikum war begeistert von den pfiffigen Sprüchen, den humorigen Einlagen und den gelungenen Anlehnungen an das Steinmaurer Dorfleben, mit denen das Verwirrspiel auftrumpfte, und spendete nicht nur den überzeugenden Laiendarstellern, sondern auch Regisseur Lars Piske, Meike Koch und Sonja Bitterwolf (Maske, Requisite, Bühnenbild) tosenden Applaus. 
Traugott Bruskowski bedankte sich für die gelungene Vorstellung und ließ sich vom Publikum bestätigen, dass alle jetzt schon darauf brennen, die „tolle Truppe“ im Januar 2021 wieder auf der Bühne zu sehen.
Jürgen Potsch wurde für seine 25-jährige Schauspielerkarriere in Steinmauern geehrt. Laut Bruskowski hätte er hierfür einen Stern auf dem „Walk of Fame“ verdient, den es in Steinmauern aber leider nicht gibt. Da die Gemeinde auch nicht beabsichtige, einen solchen in absehbarer Zeit anzulegen, müsse er sich mit einer adäquate Kreidezeichnung von Töchterchen Vanessa im Bruchweg begnügen, was das Publikum sehr amüsierte!


Anschließend sorgten die Musiker bis Mitternacht nochmals für die musikalische Unterhaltung ihrer ausdauernden Gäste.

Die Verwaltung des MV Steinmauern möchte sich bei allen Akteuren, den Helfern in der Küche und hinter der Theke, dem Ehepaar Melchert für die Tombola und Lara Potsch für die Tischdekoration bedanken. Ein besonderer Dank gilt Rainer Nold, der für die Tontechnik zuständig war.
Und zu guter Letzt möchte sich der Musikverein natürlich vor allem bei seinen Gästen bedanken, die mit ihrem Kommen unsere Vereinsarbeit enorm unterstützt haben.